Glossar zur Thematik "Christlich-Sein in der DDR"
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A
AusreiseantragAntrag auf ständige Ausreise aus der DDR. DDR-Bürger*innen konnten nur mit staatlicher Genehmigung dauerhaft ins westliche Ausland ausreisen. Ab Mitte der 1970er-Jahre beriefen sich Ausreiseantragsteller*innen vor allem auf das Recht auf Freizügigkeit – das Grundrecht, sich frei den Wohn- und Aufenthaltsort suchen zu dürfen. Die SED-Führung reagierte darauf mit harten Maßnahmen wie dem Entzug des Arbeitsplatzes oder der Kriminalisierung der Ausreiseantragsteller*innen als "Asoziale" oder "Staatsfeinde". Von besonderer Härte waren die Überwachung der Antragsteller*innen durch die Staatssicherheit sowie Geld- oder Haftstrafen.
Quelle: https://www.jugendopposition.de/lexikon/sachbegriffe/148357/ausreiseantrag Weitere Informationen: https://www.zeitklicks.de/ddr/politik/die-wende/ausreisewelle/ | |
B
BausoldatEin Bausoldat, oder auch Spatensoldat, war ein Angehöriger der Nationalen Volksarmee der DDR, der den Dienst an der Waffe verweigerte. Bis 1964 war dies allerdings nicht möglich. Es drohten Haftstrafen. Da viele, vor allem religiöse Soldaten, nicht in den bewaffneten Kriegsdienst wollten, verlangte die Kirche eine Alternative. Der Dienstgrad des „Bausoldaten“ wurde geschaffen. Zu erkennen war er am Bild eines Spatens auf der Schulter. Den Antrag, ein Bausoldat zu werden, konnte jeder stellen. Religiöse Gründe wurden dabei anerkannt. Wenn man aber keine Waffe tragen wollte, weil das mit dem eigenen Gewissen nicht zu vereinbaren war, wurde das nicht immer anerkannt. Eingesetzt wurde man als Bausoldat in erster Linie im Bauwesen, aber auch in anderen Bereichen (Gärtner, Krankenpfleger etc.). Wer Bausoldat wurde, musste aber mit Nachteilen rechnen. Man durfte zum Beispiel nicht studieren. Allgemein wurde oft die Ausbildung oder Karriere behindert. Deshalb entschieden sich nur Wenige für diesen Weg. Erst 1990, nach dem Ende der DDR, wurde dann der Zivildienst eingeführt, für Wehrdienstpflichtige, die keine Waffe tragen wollten. 2011 wurde dann die Wehrdienstpflicht ausgesetzt. Quellen: https://www.jugendopposition.de/lexikon/sachbegriffe/148291/bausoldaten , https://www.zeitklicks.de/zeitstrahl/1964/wehrdienst-ohne-waffe-bausoldat weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Bausoldat , https://www.friedenskooperative.de/friedensforum/artikel/bausoldaten-kriegsdienstverweigerung-ddr | |
Besuche im WestenSeit 1972 konnten DDR-Büger*innen in „dringenden Familienangelegenheiten“ einen Antrag für eine Reise nach Westberlin oder Westdeutschland stellen. Man durfte aber höchstens 65 Jahre alt sein. Zu diesen „dringenden Familienangelegenheiten“ zählten Geburten, Eheschließungen, lebensgefährlichen Erkrankungen und Sterbefälle. Besuchen durfte man nur westdeutsche Verwandte ersten Grades. Ab 1973 durfte der Anlass auch eine silberne und goldene Hochzeit sein, ab 1982 dann auch Konfirmationen, Kommunionen und runde Geburtstage (ab dem 60.). Nachdem 1987 rund 3.000 Menschen den Besuch zur Flucht nutzten, wurde die Reiseregelung eingeschränkt, was aber nicht lange anhielt. Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/das-system/weg-nur-wie/als-besucher-in-den-westen/ | |
BlockparteienBlockparteien waren Parteien in der DDR, die neben der Hauptpartei SED existierten. Sie hatten aber keine Macht und waren auch keine Wahlkonkurrenz zur herrschenden SED. Sie waren mit der Hauptpartei zu einem Block zusammengefasst. In der DDR war die Hauptpartei die SED, die im April 1946 gegründet wurde. Vorher gab es den „antifaschistisch-demokratischen Block“, der aus 4 Parteien bestand: KPD, SPD, CDU und LDPD. Das waren die Blockparteien. 1948 traten noch die DBD und die NDPD bei. Durch die Blockparteien wurde verschleiert, dass die SED die eigentliche alleinherrschende Partei war. Die anderen Parteien konnten deren Entscheidungen nur zustimmen. Wer Widerstand ausübte, wurde verhaftet. Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/das-system/das-politische-system/parteien-in-der-ddr/ | |
C
ChristenlehreDie Christenlehre in der DDR war der Religionsunterricht für Schüler*innen der 1. bis 6. Klasse, der in der Kirche abgehalten wurde. Der Religionsunterricht an den Schulen wurde Ende der 1950er-Jahre unmöglich gemacht. Die Alternative zum Religionsunterricht an Schulen war die Christenlehre, die aber nur in den Kirchgemeinden selbst durchgeführt werden durfte. Allerdings führte die Teilnahme an der Christenlehre zur Benachteiligung in der Gesellschaft. Anfänglich wurden die Christen offen bekämpft. Bis zum Ende der DDR wurden sie nicht zum Abitur und Studium zugelassen. Die Christenlehre bot und bietet die Möglichkeit, sich mit anderen jungen Christ*innen zu treffen und sich über den Glauben auszutauschen. Nach der Christenlehre folgt die Vorbereitung auf die Konfirmation (auch zu DDR-Zeiten). Quellen: https://www.jugendopposition.de/lexikon/sachbegriffe/148368/christenlehre-in-der-ddr , https://kirche-dresden.de/christenlehre/ | |
D
DDRDeutsche Demokratische Republik. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 gab es zwei deutsche Staaten, die DDR und die BRD (Bundesrepublik Deutschland). Die DDR wurde am 7. Oktober 1949 gegründet und von der Sowjetunion, eine der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, kontrolliert. Zum Gebiet der DDR gehörten die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Ost-Berlin. Sie wurden 1952 aufgelöst. Die DDR war eine Diktatur und wurde von der SED regiert. Da jedes Jahr zehntausende Menschen nach Westdeutschland ziehen wollten, machte man die Grenze dahin mit Zäunen, Stacheldraht und Mauern dicht. Die bekannteste Grenze ist die Berliner Mauer, die 1961 gebaut wurde. Wer ohne Ausreisegenehmigung das Land verlassen wollte, wurde bestraft. Aufgrund der vielen Einschränkungen durch die Diktatur über vier Jahrzehnte begannen die Menschen friedlich zu demonstrieren. Das hatte schließlich Erfolg. Am 9. November 1989 wurden die Grenzen wieder geöffnet und die beiden Teile Deutschlands wiedervereinigt. Man sagt auch, „Die Mauer ist gefallen!“ Weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Demokratische_Republik | |
Demonstrationen in der DDRDie ersten großen Demonstrationen in der DDR fanden um den 17. Juni 1953 herum statt. Die Bevölkerung demonstrierte gegen die SED-Führung und ihre politischen Maßnahmen. Man war mit der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Situation unzufrieden. Obwohl der Aufstand von Seiten der Bevölkerung friedlich verlief, wurde er durch die Volkspolizei brutal bekämpft. Die ehemalige Besatzungsmacht Sowjetunion ließ sogar Panzer in Berlin einfahren, um die Demonstrant*innen zu bekämpfen. Die DDR-Regierung war aus Angst sogar einige Tage geflohen. Es starben ca. 50 Menschen, rund 15.000 wurden festgenommen. Danach fanden in der DDR für mehrere Jahrzehnte keine Proteste und Demonstrationen mehr statt. Erst im Herbst 1989 demonstrierten wieder überall in der DDR Menschen gegen die SED-Führung und für die Interessen der Bürger*innen. Am bekanntesten sind die „Montagsdemonstrationen“ mit dem Slogan „Wir sind das Volk!“. Am 11. September 1989 fand in Leipzig eine denkwürdige Demonstration statt. Die Sicherheitskräfte gingen hier sehr brutal gegen die oft noch jungen Demonstrant*innen vor. Diese wurden verprügelt und verhaftet. Daraufhin gab es landesweit weitere offene Proteste. Eine weitere große Demonstration fand am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz in Berlin statt. Von da an wurden auch in kleineren Orten Protestaktionen organisiert. Die landesweiten Demonstrationen hatten einen großen Anteil am Umbruch in der DDR und an der Öffnung der Mauer. Quellen: https://www.jugendopposition.de/themen/herbst89/145399/demonstrationen-in-der-ganzen-ddr , https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-gruenderjahre/weg-nach-osten/17-juni-1953-volksaufstand.html | |
DiktaturEine Diktatur ist eine Staatsform, bei der nur eine Person oder eine Partei herrscht. Hier gibt es keine Gewaltenteilung. Diese einzelne Person oder Partei hat die absolute Macht über. Es gibt auch keine freien und geheimen Wahlen. Das Volk kann den oder die Herrschenden nicht abwählen. Wer sich gegen diese Person oder Partei stellt, wird oft bestraft. In der DDR war diese eine Partei, die über alles herrschte, die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschland). Quelle: https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-in-einfacher-sprache/249843/diktatur/ | |
E
Einheitsliste (Wahlen allg.)Alle vier Jahre (ab 1972 alle fünf Jahre) fanden in der DDR die Wahlen zum Parlament, das Volkskammer genannt wurde, statt. In der Volkskammer waren so genannte Fraktionen vertreten. Das waren sowohl Parteien, als auch Massenorganisationen. Diese Fraktionen bildeten einen Block mit der SED. Alle standen auf der Einheitsliste, über die abgestimmt werden konnte. Es gab also keine Opposition zur herrschenden Partei. Bei der Wahl konnte man nur über Ja oder Nein für die gesamte Liste ankreuzen oder einzelne Kandidaten streichen. Laut der Verfassung der DDR waren die Wahlen frei und geheim. Das stimmte so aber nicht. Es stand schon von Anfang an fest, dass die SED an der Macht bleibt. Die Menschen konnten nicht frei entscheiden, wen sie wählen wollten oder wer sich zur Wahl stellen sollte. Die Wahlen waren auch nicht geheim, denn es wurde negativ registriert, wenn man eine Wahlkabine nutzte. Eigentlich wurde erwartet, dass man sich seiner Stimme enthält und den Zettel einfach nur faltet und in die Wahlurne gibt. Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/das-system/das-politische-system/wahlen-in-der-ddr/ Weitere Informationen: https://www.hdg.de/lemo/bestand/objekt/plakat-stimmzettel-mecklenburg-deutscher-volkskongress.html | |
Erweiterte Oberschule (EOS)In der EOS konnte man das Abitur machen oder die dreijährige „Berufsausbildung mit Abitur“. Dann hatte man am Ende neben dem Abitur auch einen Facharbeiterabschluss. Wer sich für die EOS bewerben wollte, musste in der vorhergehenden Schule, der POS (Polytechnische Oberschule), einen Abschluss von 1,7 oder besser haben. Doch es war nicht leicht, einen der wenigen Plätze zu bekommen. Bevorzugt wurden diejenigen, die bei der FDJ und in Pionierorganisationen aktiv waren. Auch die Jugendweihe war eine Voraussetzung. Von Vorteil war auch, wenn man als Berufswunsch Lehrer oder Offizier angab, oder sich sogar für einen dreijährigen Wehrdienst verpflichtete. Vom Besuch der EOS ausgeschlossen waren meist überzeugte Christen, Pazifisten und Kinder, deren Eltern als unangepasst aufgefallen waren, einen Ausreiseantrag aus der DDR gestellt hatten oder der Opposition angehörten. Quellen: https://www.wendewundergeschichte.de/Schule/Erweiterte-Oberschule/ , https://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Oberschule weitere Infos: https://www.jugendopposition.de/lexikon/sachbegriffe/148537/erweiterte-oberschule-eos
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Evangelische Frauenhilfe
Evangelische Frauenhilfe Die Evangelische Frauenhilfe war der Frauenverband innerhalb der Evangelischen Kirchen Deutschland und wurde bereits 1899 gegründet. 1949 wurde er in Ost und West geteilt und erst 1992 wieder zusammengeführt. Trotz der Trennung arbeiteten die Verbände in der DDR und der BRD eng zusammen. Es fanden auch gemeinsame Tagungen und Konferenzen statt. Der Verband bot den Frauen die Möglichkeit, sich im Rahmen der Kirche zusammenzufinden und zu engagieren. Er war auch ein Netzwerk für alle großen und kleinen evangelischen Frauengruppen, die es in der DDR gab. In diesen Frauengruppen beschäftigte man sich mit der Bibel, aber auch mit aktuellen Themen. Von der Zentrale der Evangelischen Frauenhilfe wurden viermal im Jahr so genannte Arbeitshilfen für die Frauenarbeit in den Gemeinden herausgegeben. Außerdem wurden die Frauen aus dem ganzen Land regelmäßig zu Fortbildungen eingeladen. Quellen: https://www.digitales-deutsches-frauenarchiv.de/akteurinnen/evangelische-frauenhilfe-deutschland-efhid , https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Frauenhilfe_in_Deutschland | |
Evangelische Kirchenleitungen in der DDRDa die evangelischen Kirchen in der DDR nicht mehr dem gesamtdeutschen Kirchenbund der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) angehören durften, wurde 1969 der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR (BEK oder kurz Bund) gegründet. Das war ein Zusammenschluss der 8 evangelischen Landeskirchen. 1970 kam noch die Herrnhuter Brüdergemeinde dazu. Die Kirchen blieben rechtlich selbständig. Geleitet wurde der Bund von der Bundessynode. Das ist ein kirchliches Parlament. Außerdem fanden regelmäßig Konferenzen der Kirchenleitungen statt, an denen Mitglieder der einzelnen Landeskirchen teilnahmen. Quellen: https://www.jugendopposition.de/lexikon/sachbegriffe/148366/bund-der-evangelischen-kirchen-in-der-ddr , https://de.wikipedia.org/wiki/Bund_der_Evangelischen_Kirchen_in_der_DDR | |
F
FDJDie Freie Deutsche Jugend (FDJ) war der Jugendverband der DDR für Jugendliche ab 14 Jahren. In der Sowjetischen Besatzungszone wurde die FDJ 1946 gegründet, angeregt durch die Kommunistische Partei Deutschland (KPD). In der DDR war es das große Ziel der FDJ, die Jugendlichen sozialistisch zu formen. Um Mitglied zu werden, musste man mindestens 14 Jahre alt sein und einen Antrag stellen. Erkennen konnte man die FDJler an ihrem blauen Hemd und an dem typischen Gruß „Freundschaft!“ Die FDJ war allgegenwärtig im Schulalltag und in der Freizeit der Jugendlichen. Es wurden z. B. viele Freizeitaktivitäten organisiert oder Jugendklubs gegründet. Die FDJ gab auch eine Zeitung heraus, die „Junge Welt“. Obwohl die Mitgliedschaft freiwillig war, mussten diejenigen, die nicht in der FDJ waren, mit vielen Nachteilen rechnen. Sie wurden zum Beispiel nicht zum Abitur oder zum Studium zugelassen. Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/alltag/jugend-in-der-ddr/freie-deutsche-jugend | ||
FriedensdekadeAls Friedensdekade werden die 10 Tage vor dem Buß- und Bettag bezeichnet. Sie wurden 1980 das erste Mal von den Evangelischen Kirchen in der DDR und der BRD begangen. In diesen Tagen gab es Gottesdienste, Gespräche und andere Veranstaltungen, die sich den Themen Frieden und Gerechtigkeit widmeten. Am Ende fand immer ein Gottesdienst mit einer sogenannten Friedensminute statt. Dabei läuteten landesweit die Kirchenglocken gleichzeitig und riefen somit zum Gebet auf. Quelle: https://www.jugendopposition.de/lexikon/sachbegriffe/148391/friedensdekade | |
Friedliche RevolutionEine friedliche Revolution ist ein Aufstand gegen vorherrschende Verhältnisse ohne Gewalt. In der DDR waren die Menschen am Ende der 1980er-Jahre so unzufrieden mit der SED-Regierung, dass es 1989 zu immer mehr Demonstrationen kam. Doch Demonstrationen galten für die Staatsführung als unerlaubte Kritik, weswegen es viele Verhaftungen gab. Dennoch ließen sich die Menschen nicht aufhalten. Sie demonstrierten weiterhin für Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, freie Wahlen – Grundrechte, die es in der DDR für 40 Jahren nur auf dem Papier gab. Die größten Demonstrationen 1989 waren die sogenannten Montagsdemonstrationen mit ihren Slogans „Wir sind das Volk!“ und „Keine Gewalt!“. Diese hatten ihren Ursprung in den Friedensgebeten, die seit 1981 immer montags in der Nikolaikirche in Leipzig stattfanden. Die Entwicklung dieser immer wiederkehrenden Montagsdemonstrationen, die auch in vielen anderen Städten stattfanden, wurde später als Friedliche Revolution bezeichnet. Immer mehr Menschen schlossen sich den Demonstrationen an, was dazu führte, dass die Staatsführung den Rückhalt der Bürger*innen verlor und damit auch ihre Macht. Diese gewaltfreien Massenproteste wurden nicht von der Polizei aufgelöst. Sie hatte einen entscheidenden Anteil am Sturz der SED-Regierung und am Umbruch in der DDR. Quellen: https://www.lpb-bw.de/chronologie-mauerfall , https://www.wendewundergeschichte.de/Kirche/Friedliche-Revolution/ Weitere Informationen: https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/vermitteln/bildung/aufbruch-umbruch/friedliche-revolution | |
G
GarnisonkircheAls Garnisonkirche wird eine Kirche bezeichnet, in die das Militär (Garnison) an dem Ort geht, an dem es stationiert ist. Die Garnisonkirche in Potsdam wurde von Friedrich Wilhelm I. beauftragt und von 1730 bis 1735 erbaut. Im 19. Jahrhundert war sie so berühmt, dass viele damals bekannte Menschen in diese Kirche kamen: u. a. Johann Sebastian Bach, Napoleon I. oder der russische Zar Alexander I. Doch ein Jahrhundert später nutzten auch die Nationalsozialisten diesen Ort für sich: So fand am 21. März 1933 – dem „Tag von Potsdam“ die Eröffnungsfeier für den Reichstag dort statt, nach der zum Handschlag von Adolf Hitler und dem Reichspräsidenten Paul von Hindenburg kam. Das Foto davon ging in die Geschichte ein. Im April 1945 wurde die Kirche bei einem Luftangriff getroffen, brannte aus und der Turm stürzte teilweise zusammen. 1949 erhielt die zerstörte Kirche den Namen „Heilig-Kreuz-Kirche“. Sie war nun eine zivile Kirche. 1950 im Turm eine Kapelle geweiht, in der es fortan wieder einen Gottesdienstraum für die Heilig-Kreuz-Gemeinde gab. Obwohl die Gemeinde den Turm und die Kirche wiederaufbauen wollte, wurde der Turm am 23.Juni 1968 auf staatlichen Befehl hin gesprengt. Seit 2017 baut die Stiftung Garnisonkirche Potsdam den Turm wieder auf, um darin einen Begegnungs- und Bildungsort für Geschichte, Demokratie und Versöhnung zu schaffen. Äußerlich fast originalgetreu bietet der Innenraum ein modernes Raumkonzept mit Kapelle, Dauerausstellung und Bildungsforum. Mit dem Turm der Garnisonkirche erhält Potsdam im Sommer 2024 einen das Stadtbild prägenden barocken Kirchturm zurück. Hier sollen die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte, Politik und Religion möglich, demokratische Debatten- und Streitkultur gelebt sowie kulturelle Erfahrungen gemacht und friedensstiftende Aktivitäten angeregt werden. Quellen: https://garnisonkirche-potsdam.de/historie/fakten/ , https://de.wikipedia.org/wiki/Garnisonkirche_(Potsdam) | |
GemeindekirchenratEin Gemeindekirchenrat trifft wichtige Entscheidungen, die das Gemeindeleben und die Gottesdienste betreffen. Er kümmert sich außerdem beispielsweise um das Personal, die Bauaufgaben und die wirtschaftlichen Themen einer Gemeinde.
Quelle: https://akd-ekbo.de/gemeindeberatung/gemeindekirchenrat/ , Interview mit Bernd Lechler: Gemeindekirchenrat | |
GenosseEin Genosse oder eine Genossin ist jemand, mit dem man Erfahrungen in einem Bereich teilt und ein gemeinsames Ziel verfolgt. Man kann sich auf ihn bzw. sie verlassen. In der DDR war „Genosse“ oder „Genossin“ eine politische Anrede, die in der SED und im Militär verwendet wurde. Somit war der Begriff für den Großteil der Bevölkerung eher ein negativer. Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Genosse , https://wehnerwerk.de/aktuell/artikel/neues-erklaervideo-was-ist-ein-genosse/ | |
Glaubensfreiheit DDRGlaubensfreiheit bedeutet, dass man das Recht hat, einer Religion anzugehören und diesen Glauben auszuüben. Offiziell gab es in der DDR Glaubensfreiheit, doch das Verhältnis zwischen den
Kirchen und Glaubensgemeindschaften und dem Staat war schwierig. Privat durfte
man glauben, was man wollte. Es musste aber politisch unverdächtig sein. Sobald
sich Christ*innen vernetzten und sich gegen die SED-Politik aussprachen,
verstand das die Staatsführung als unerlaubte Kritik oder Angriff. Deshalb
hatten es Christ*innen in der DDR in vielen Bereichen schwer. Die christlichen
Kirchen und der Staat hatten zwar beschlossen, dass die Kirchen als
Institutionen unabhängig sein dürfen. Das sah in der Realität aber oft anders aus. Christ*innen wurden teilweise verfolgt, wurden überwacht und wurden in ihrer Ausbildung und Karriere behindert. Wer konfirmiert war, durfte zum Beispiel nicht an die Erweiterte Oberschule gehen, wo man das Abitur ablegte. Damit konnte man dann auch nicht an einer staatlichen Hochschule studieren. Quelle: https://www.wendewundergeschichte.de/Kirche/Religionsfreiheit/ Weitere Informationen: https://d-d-r.de/ddr-bevoelkerung-religionen.html , https://www.demokratie-statt-diktatur.de/stasi-und-die-menschenrechte/gewissensfreiheit/#c16883 , Interview mit Andreas Stegmann: Glaubensfreiheit in der DDR | |
Grenzsicherung1949 kam es in Folge des Zweiten Weltkriegs und der alliierten Besatzung zur Teilung Deutschlands in zwei deutsche Staaten. Auch Berlin war in ein ost- und ein westdeutsches Gebiet eingeteilt. Um die Grenze der DDR zur BRD sowie zu Westberlin zu sichern, wurde schon 1946 eine Grenzpolizei aufgebaut. Ab Mai 1952 wurde die innerdeutsche Grenze mit Zäunen ausgebaut. Eine 5 km breite Sperrzone sollte verhinderten, dass DDR-Bürger*innen über die Grenze gelangen und fliehen konnten. Die Einwohner*innen der Sperrzone wurden streng überwacht und registriert. Wollte man in die Sperrzone, benötigte man einen Passierschein. Nach dem Bau der Mauer 1961 in Berlin wurden auch an der innerdeutschen Grenze die Sicherungsanlagen ausgebaut: Tretminen, Signalzäune und später auch Selbstschussanlagen sollten jeden Fluchtversuch verhindern. Außerdem gab es die Grenztruppen der DDR: 50 000 Soldaten, die politisch sehr zuverlässig sein mussten. Auch sie hatten die Aufgabe, jeden Fluchtversuch zu unterbinden, auch wenn sie dafür auf Menschen schießen mussten. Über 300 Menschen starben an der innerdeutschen Grenze, über 140 an den Grenzanlagen in und um Berlin. Quellen: https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-modernisierung/reformversuche-im-osten/grenzsicherung.html , https://www.grenzdenkmal.com/seite/5204/innerdeutsche-grenze.html | |
Großdemonstration am 4. November 1989 PotsdamAm 4. November 1989 fand die größte
Demonstration in Potsdam vor dem Fall der Mauer statt. Auf dem damaligen „Platz
der Nationen“ (heute Luisenplatz) versammelten sich mehrere Zehntausend
Menschen. Geplant wurde die Aktion vom Neuen Forum. Das war eine DDR-weite
Bürgerbewegung, die sich Anfang September 1989 gegründet hatte. Die
Demonstrant*innen in Potsdam forderten Freiheit, Demokratie, Meinungsfreiheit
und den Rückzug der SED. Das war zu der Zeit auch auf vielen anderen
Demonstrationen in der DDR zu hören. Nur wenige Tage später, am 9. November
1989, kam es zur Öffnung der DDR-Grenzen nach Westberlin – die Mauer war
gefallen.
Quellen: https://www.politische-bildung-brandenburg.de/themen/ddr/revolution-9-november-1989/potsdam-1989 , https://www.potsdamer-demokratiebewegung89.de/potsdam-1989/ | ||
H
Heilig-Kreuz-HausDas Heilig-Kreuz-Haus war das Gemeindehaus der Heilig-Kreuz-Gemeinde. Diese gab es seit 1949 und sie traf sich in der Kapelle im Turm der alten Garnisonkirche. Die Kirche war im II. Weltkrieg stark zerstört worden. 1968 nahm der SED-Staat der Gemeinde das Grundstück weg und der Turm wurde gesprengt. Der neue Treffpunkt wurde das Gemeindehaus in der Kiezstraße. Es wurde umgebaut und vergrößert. Für den Entwurf wurde 1969 ein kleiner Wettbewerb veranstaltet, den Albert Gimsa gewann. Zwischen 1970 und 1974 entstand ein modernes Gebäude mit verschiedenen Räumen, vor allem einem Gottesdienst- und einem Veranstaltungsraum. Auch ein Kindergarten befindet sich bis heute im Heilig-Kreuz-Haus. Quelle: http://lernort-garnisonkirche.de/heilig-kreuz-haus/ | ||
J
JugendweiheDie Jugendweihe war in der DDR eine staatliche Zeremonie, mit der die Jugendlichen in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen werden sollten. Das kirchliche Gegenstück dazu ist die Konfirmation. Sowohl Jugendweihe als auch Konfirmation fanden im Alter von 14 Jahren statt. In der DDR wurde die Jugendweihe erstmals 1954 durchgeführt. Dafür mussten die Jugendlichen ein Jahr lang sogenannte Jugendstunden besuchen. Diese wurden meistens in den Schulen durchgeführt. Sie erhielten Unterricht im Sinne der SED-Ideologie, hörten Vorträgen zu und besuchten Museen oder Betriebe. Bei der feierlichen Zeremonie mussten sich die Jugendlichen zum sozialistischen Staat bekennen. Wer nicht an der Jugendweihe teilnahm, musste mit vielen Nachteilen in der Schule und der Ausbildung rechnen. Ein Studium, zum Beispiel, war dann oft nicht möglich. Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/alltag/jugend-in-der-ddr/die-jugendweihe#content | |
Junge Gemeinde
In der Junge Gemeinde treffen sich junge Christ*innen, die bereits konfirmiert sind. Sie sprechen über Religion, Kultur, aber auch Politik. H Die Junge Gemeinde gab eine eigene Zeitschrift heraus, die „Stafette“. Außerdem hatte sie ein eigenes Abzeichen: eine Weltkugel mit Kreuz. Anfänglich wurden die Jungen Gemeinden von der Staatsführung der DDR geduldet. Aber mit dem Erstarken der Ost-West-Konfrontation im Kalten Krieg wurden sie ab 1952 immer öfter angegriffen, denn sie waren eng mit den Jungen Gemeinden in Westdeutschland verbunden. Dafür wurden sie unter den Verdacht gestellt, Spionage und Sabotage zu betreiben. In den Schulen wurde zum Beispiel das Tragen des Abzeichens verboten. Auch die staatliche Jugendorganisation FDJ hetzte gegen die Jungen Gemeinden. In den Räumlichkeiten der Kirche konnten sich die jungen Christ*innen aber sicher fühlen. Die Jungen Gemeinden blieben bis zum Ende der DDR ein wichtiger Treffpunkt für junge Gläubige. Quelle: https://www.jugendopposition.de/themen/145421/die-junge-gemeinde | |
Junge PioniereDie Jungen Pioniere war eine politische Massenorganisation für Kinder in der DDR. Offiziell hieß sie Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ und wurde am 13. Dezember 1948 gegründet. Die Organisation war eng in den Schulalltag eingebunden und sollte helfen, Kinder schon früh im Sinne der SED zu erziehen und deren politische Überzeugungen anzunehmen. Die feierliche Aufnahme der Erstklässler erfolgte immer am Geburtstag der Pionierorganisation. Dann bekamen die Kinder auch ein blaues Halstuch. Das war sehr begehrt, denn es war das Erkennungszeichen. Etwa 98 Prozent der Schüler*innen waren Junge Pioniere. In der 4. Klasse wurde man dann Thälmann-Pionier und bekam ein rotes Halstuch als Erkennungszeichen, das man bis zur 7. Klasse behielt. Danach konnte man in die FDJ (Freie Deutsche Jugend) eintreten. Die Pioniere veranstalteten viel in der Freizeit: Es wurde gebastelt, gemeinsame Aktionen geplant und für andere sozialistische Länder gesammelt, in denen es den Menschen nicht gut ging. Außerdem gab es Pionierferienlager. Der Aufenthalt war kostenlos. Man durfte aber nur dorthin, wenn man besonders gute schulische Leistungen erbracht hatte. Der Slogan der Pioniere war "Für Frieden und Sozialismus: Seid bereit!" Der*Die Lehrer*in begrüßte die Schüler*innen mit „Seid bereit!“, worauf diese antworteten, „Immer bereit!“ Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/alltag/kindheit-in-der-ddr/junge-pioniere/ weitere Infos: https://www.jugendopposition.de/148452/ | |
JungscharAls Jungschar wird die Kirchenarbeit für Kinder zwischen 9 und 13 Jahren bezeichnet. Ihr Logo ist das Ankerkreuz. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Jungschar | |
K
Karrieren/BildungswegeAls Christ*in in der DDR hatte man
es sehr schwer, beruflich weit zu kommen. Schule, Ausbildung, Studium und
Arbeit – alles war fast komplett vom SED-Staat organisiert und kontrolliert.
Und auf dem Lebensweg wurden oft Anpassung und Bekenntnisse zum Staat verlangt.
Christ*innen aber bekannten sich lieber zu ihrem Glauben und ihrer Kirche. Wer
sich beispielsweise für die Konfirmation statt für die staatlich organisierte
Jugendweihe entschied, wurde oft nicht zum Abitur und damit zum Studium
zugelassen. Auch viele Berufszweige waren einem verschlossen. Christ*innen
konnten zum Beispiel keine Lehrer*innen werden oder in einer leitenden Position
sein. Als Christ*in galt man als politisch und ideologisch unzuverlässig. Wer
doch Lehrer*in oder Erzieher*in werden wollte, ließ sich von einer christlichen
Organisation ausbilden. Das bedeutete allerdings geringes Ansehen und einen
geringeren Verdienst.
Quellen: https://www.uni-erfurt.de/katholisch-theologische-fakultaet/fakultaet/aktuelles/theologie-aktuell/gedenken-an-sed-unrecht-wie-wurden-christinnen-und-christen-in-der-ddr-diskriminiert ; https://www.katholisch.de/artikel/10802-christen-waren-keine-gleichberechtigten-buerger weitere Informationen: Interview Andreas Stegmann: | ||
Katechet*inAls Katechet*in bezeichnet man eine*n Religionslehrer*in der evangelischen oder römisch-katholischen Kirche. In der DDR unterrichteten Katechet*innen nicht in den Schulen, sondern in den Kirchgemeinden, da der Religionsunterricht an den Schulen nicht mehr möglich war. Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Katechet | |
Kinderdiakon*inEin*e Diakon*in ist ein*e Mitarbeiter*in in der Kirche, der*die sowohl im sozialen wie auch im theologischen Bereich ausgebildet ist. In der DDR durften Christ*innen zum Beispiel keine staatliche Ausbildung zum*zur Kindergärtner*in machen. Stattdessen konnten sie die kirchliche Ausbildung zum*zur Kinderdiakon*in machen und an einem christlichen Kindergarten arbeiten. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Diakon#Evangelische_Kirchen | |
Kirche im SozialismusAls
„Kirche im Sozialismus“ bezeichnete sich die Evangelische Kirche in der DDR ab
1971.
Da die DDR ein grundsätzlich religionsfeindlicher Staat war, hatten es Christ*innen nicht leicht und wurden oft benachteiligt, trotz Glaubensfreiheit. Die evangelische Kirche in der DDR, die noch zu Beginn gegen die Politik des Staates war, versuchte sich mit diesem zu arrangieren. Sie versuchte, in der DDR zu existieren, auch um Verbesserung für die Gesellschaft zu bewirken. Mit dem Konzept „Kirche im Sozialismus“ machte man deutlich, dass man nicht gegen und auch nicht für den Sozialismus war, sondern, dass man in dem sozialistischen Staat mitgestalten wollte. Dadurch war die evangelische Kirche auch gleichzeitig ein Sprachrohr für diejenigen in der Gesellschaft, die nicht öffentlich ihre Meinung äußern konnten. Das ging so weit, dass die evangelische Kirche in den 1980er-Jahren Themen wie Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden offen ansprach. Dadurch änderte sich aber ihre Stellung wieder: Denn damit kritisierte sie nun die Politik offen und stellte sich damit oft auch gegen den Staat. Quelle: https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Kirche_im_Sozialismus weitere Informationen: Interview mit Andreas Stegmann: | |
Kirchenpolitik (der SED)Die Kirchenpolitik der SED wandelte
sich im Laufe der DDR-Zeit immer wieder.
Laut der Verfassung der DDR von 1949 waren Kirchen und die Religionsausübung für die Gläubigen erlaubt. Die Christlichen Kirchen blieben eigenständige Organisationen und wurden nicht vom Staat organisiert. Grundsätzlich aber lehnte die SED-Führung Religionen ab. Die Gründe hierfür sind zum einen, dass der Kommunismus, also die Ideologie der DDR, lehrt, dass es keinen Gott gibt. Zum anderen lag es auch daran, dass die Kirche ein Mitspracherecht bei gesellschaftlichen Fragen forderte. In den 1950er-Jahren war es sehr schwierig für die Christlichen Kirchen in der DDR. Sie wurde in ihrer Verwaltung eingeschränkt, die Kirchensteuern wurden gestrichen. Und die Kirchengemeinden, die Kontakt in den Westen hielten, gerieten unter Spionagevorwurf. Es kam zu einer regelrechten Christenverfolgung, da man Kritik und Widerstand aus den Reihen der Christen befürchtete: Pfarrer*innen kamen ins Gefängnis. Junge Christ*innen wurden gedrängt, sich der staatlichen Jugendorganisation FDJ anzuschließen. Wer nicht von seinem Glauben abrückte, musste mit Nachteilen in Schule und Beruf rechnen. Viele Christ*innen flohen in den Westen. In den 1960er-Jahren änderte sich Situation der Kirchen. Es kam zu einem scheinbar friedlichen Nebeneinander. Durch den Bau der Mauer 1961 fühlte sich die SED in ihrer Position und Macht gesichert. Dadurch kam es auch zu weniger Konflikten mit den Kirchen. In den 1970er-Jahren versuchte sich die Evangelische Kirche sogar gegenüber dem Sozialismus zu öffnen. Man strebte eine Partnerschaft zwischen Kirche und Staat an. Dieser scheinbare Frieden änderte sich in den 1980er-Jahren wieder. Die Kirche wurde nun zum Schutzraum der Opposition und Ausreisewilligen. Das heißt, dass sich in den Gemeinden nun viele Menschen versammelten, die gegen die Staatsführung waren. Es kam wieder zu mehr Konflikten und zu Gewaltaktionen von Seiten der Polizei und der Staatssicherheit. Quelle: https://www.stasi-unterlagen-archiv.de/mfs-lexikon/detail/kirchen-bekaempfung-und-infiltration-der/ , Interview mit Andreas Stegmann: Weitere Infos: https://www.wendewundergeschichte.de/Kirche/Einfluss/ ; https://www.wendewundergeschichte.de/Kirche/Staat-vs-Kirche/ | |
Kirchliches OberseminarVon 1950 bis 1990 war das heutige Evangelische Gymnasium Hermannswerder das Kirchliche Oberseminar in der DDR. Hier konnten junge Christ*innen das Abitur machen, um damit Theologie zu studieren. Da man als Christ*in oft nicht zum staatlichen Abitur auf der Erweiterten Oberschule zugelassen wurde, waren solche Schulen wie das Oberseminar Hermannswerder die einzige Möglichkeit, dennoch die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Quelle: https://www.tagesspiegel.de/potsdam/landeshauptstadt/als-manfred-stolpe-nickte-7631515.html Weitere Infos: https://www.evgym.de/schule/geschichte-der-schule/ ; https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelisches_Gymnasium_Hermannswerder | |
KombinatDie Kombinate in der DDR waren Zusammenschlüsse von staatlichen Betrieben – sogenannten Volkseigenen Betrieben (VEB). In einem Kombinat kamen Betriebe zusammen, die die gleichen Dinge herstellten oder verkauften. Man fasste also Herstellung, Vertrieb und Forschung in einem Großunternehmen zusammen. Damit sollte die DDR in der Weltwirtschaft mithalten können. Das gelang nur teilweise. Das lag zum einen daran, dass viele Betriebe schon stark veraltet waren und zum anderen, dass die Kombinate von der Regierung stark überwacht wurden. Dadurch wurde ein eigenständiger Fortschritt nur schwer möglich. Quellen: https://www.mdr.de/geschichte/ddr/wirtschaft/planwirtschaft-kombinate-alles-unter-einem-dach-100.html ; https://de.wikipedia.org/wiki/Kombinat | |
Kommunismus in der DDRDie Idee des Kommunismus stammt von Karl Marx (1818 – 1883). Er wollte, dass allen Menschen alles zu gleichen Teilen gehört. Es sollten alle gleichgestellt sein und kein Mensch allein sollte über andere herrschen. Er beschrieb eine Gesellschaftsform, in der alle gleich sind, es keinen Privatbesitz mehr gibt und vor allem keinen Staat und keine Regierung mehr. Die Umsetzung war allerdings nicht so optimal. In der DDR waren zum Beispiel nicht alle Menschen gleich. Die SED bestimmte, was getan und auch, was gedacht werden sollte. Wer sich nicht daran hielt, gegen den ging der Staat vor. Um also als „gleich“ behandelt zu werden, musste man sich dem Staat im Denken und Handeln anpassen. Vielfalt sollte es nicht geben dürfen. Quelle: https://www.kinderweltreise.de/lexikon/k/kommunismus/ | |
KonfirmationMit der Konfirmation bekennen sich junge Christ*innen zu ihrem Glauben. In einem festlichen Gottesdienst werden sie in die Gemeinde aufgenommen. In der DDR wurde 1954 das staatliche Gegenangebot zur Konfirmation eingeführt: die Jugendweihe. In der DDR hatte es einige Nachteile, wenn man sich konfirmieren ließ. Man konnte oft nicht auf die Erweiterte Oberschule (EOS) gehen, kein Abitur machen, nicht studieren. Somit war auch die Berufswahl eingeschränkt. Manche wurde auch in der Schule benachteiligt oder lächerlich gemacht. Es war aber möglich, mit 14 Jahren die Jugendweihe zu erhalten und ein Jahr später die Konfirmation. Viele Jugendliche entschieden sich für diesen Weg. Quelle: https://www.ekd.de/Konfirmation-11035.htm | |
M
MahnwacheEine Mahnwache ist eine friedliche Demonstration, bei der auf ein bestimmtes politisches Anliegen aufmerksam gemacht werden soll. Die wohl wichtigste Mahnwache in der DDR-Zeit begann am 2. Oktober 1989 in der Gethsemane-Kirche in Berlin-Prenzlauer Berg. Junge Oppositionelle suchten einen geeigneten Ort, um eine Mahnwache für politische Gefangene aus Leipzig und anderen Orten abzuhalten. Pfarrer Werner Widrat stellte dafür die Gethsemane-Kirche zur Verfügung. Immer mehr Menschen schlossen sich der Mahnwache an. Die Forderungen „Freiheit für die politisch Inhaftieren“ und „Wachet und betet für die zu Unrecht Inhaftierten“ waren auf Transparenten über dem Portal der Kirche zu lesen. Die Mahnwache fand Tag und Nacht statt. Am 7. Oktober, am 40. Jahrestag der Gründung der DDR kam es in vielen Städten in der DDR zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstrant*innen gegen die SED-Führung und der Polizei. In Berlin fanden die Demonstrierenden u. a. in der Gethsemane-Kirche Zuflucht vor der Polizei. Hier trafen sich auch Angehörige der Verhafteten, Journalist*innen und Fernsehteams aus aller Welt. Die Kirche wurde somit zu einer Art Kontakt- und Nachrichtenzentrale. Quelle: https://www.jugendopposition.de/themen/herbst89/145461/mahnwache-gethsemanekirche?video=145206 Weitere Infos: https://www.jugendopposition.de/node/148331 | |
Manfred StolpeManfred Stolpe war Jurist und Kirchenpolitiker. Er wurde 1937 in Stettin geboren und starb 2019 in Potsdam. Nach dem Abitur 1955 studierte er von 1955 bis 1959 Jura in Jena. Bereits 1959 schlug er eine kirchliche Verwaltungslaufbahn ein. Er war unter anderem von 1962 bis 1969 Leiter der Geschäftsstelle der Konferenz der Evangelischen Kirchenleitung in der DDR. Außerdem war er 1969 an der Gründung des Bundes der evangelischen Kirchen in der DDR (BEK) beteiligt. 1976 wurde er Mitarbeiter der Menschenrechtskommission des Weltkirchenrates. Nach der Wiedervereinigung wurde er Politiker für die Sozialdemokratische Partei SPD. 1990 bis 2002 war Manfred Stolpe Ministerpräsident von Brandenburg. Er sah seine Rolle als ranghoher Vertreter der evangelischen Kirchen in der DDR darin, Kontakt mit verschiedenen staatlichen Stellen, auch mit der Staatssicherheit, herzustellen und mit diesen zu reden. Dabei sollte es darum gehen, zu überlegen, was die Kirche für die Menschen in der DDR tun kann. Außerdem wurden bei den Gesprächen auch organisatorische Fragen und noch Vieles mehr geklärt. Aufgrund dieser Kontakte machte man ihm nach 1990 den Vorwurf, er sei informeller Mitarbeiter (IM) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gewesen. Er selbst stritt seine Zusammenarbeit mit der Stasi ab. Quellen: https://www.politische-bildung-brandenburg.de/themen/neuanfang-brandenburg/interviews-mit-den-protagonisten/manfred-stolpe ; https://www.politische-bildung-brandenburg.de/dr-manfred-stolpe ; http://www.stasiopfer.com/stolpe.html Weitere Infos: https://www.deutschlandfunk.de/ein-mann-der-kirche-100.html | |
Märker/Mark BrandenburgDie Mark Brandenburg wurde 1157 gegründet. Es handelt sich hierbei um das Gebiet um die Brendanburg (Brandenburg) an der Havel. Ein Teil der früheren Mark Brandenburg gehört zum heutige Bundesland Brandenburg. Die Bewohner*innen der Mark Brandenburg nannten sich Märker. Ein Teil der früheren Mark Brandenburg gehört zum heutige Bundesland Brandenburg. Quellen: https://www.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.475256.de ; https://kulturstiftung.org/zeitstrahl/die-begruendung-der-mark-brandenburg | |
MfS/Staatssicherheit/StasiDas Ministerium für Staatssicherheit (MfS) oder kurz Staatssicherheit (Stasi) wurde 1950 gegründet. Das MfS sah sich als „Schild und Schwert“ der SED. Die Stasi war für die Erhaltung der Macht der Partei zuständig. Sie hatte die Aufgabe, tatsächliche und mögliche Gegner*innen und Kritiker*innen der Staatsführung aufzuspüren und zu bestrafen. Dafür standen Untersuchungsgefängnisse, Waffen und ein eigenes Regiment aus Soldaten zur Verfügung. Ab den 1970er-Jahren wurden mehr und mehr auch die DDR-Bürger*innen überwacht, um mögliche Kritik bereits im Voraus zu erkennen. Die Überwachung fand nun in allen Lebensbereichen statt. Es gab Hauptamtliche Mitarbeiter. Sie mussten politisch zu 100% hinter der SED stehen. Um aber zu gewährleisten, dass die Bevölkerung möglichst überall und unauffällig bespitzelt werden konnte, gab es auch sogenannte Inoffizielle Mitarbeiter*innen (IM), die aus der Gesellschaft angeworben wurden. Sie wurden überall eingeschleust und gaben alle Informationen an die Stasi weiter. Das Ende der SED brachte auch das Ende der Stasi mit sich. Kurz vor der Maueröffnung im November 1989 gab es noch den Befehl, sämtliche Unterlagen und Akten zu vernichten. Dies wurde aber von Bürger*innen verhindert. Quelle: https://www.stasi-unterlagen-archiv.de/informationen-zur-stasi/themen/was-war-die-stasi/ Weitere Infos: https://www.planet-wissen.de/geschichte/ddr/das_leben_in_der_ddr/pwiediestasi100.html | |
militärische ErziehungAb dem Schuljahr 1978/79 wurde in
der DDR der Wehrunterricht Pflichtfach für die 9. und 10. Klasse. Im
theoretischen Teil, der in der Schule stattfand, wurde militärisches
Grundwissen vermittelt. Zusätzlich mussten die Jungen noch ein zweiwöchiges
Wehrlager absolvieren. Dort lernten sie u. a. den Umgang mit Waffen im freien
Gelände. Es war der Versuch der SED, schon die Jugendlichen zu militarisieren, das heißt, sie auf einen späteren Einsatz als Soldaten vorzubereiten. Die Teilnahme am Wehrlager war keine Pflicht, aber eine Verweigerung wurde nicht gut aufgenommen. Die Eltern der Kinder, die nicht teilnehmen wollten, galten als politisch unzuverlässig und wurden daraufhin von der Stasi überwacht. Wer nicht teilnehmen konnte (medizinische Gründe) oder wollte, musste die Ausbildung zur Zivilverteidigung zusammen mit den Mädchen absolvieren. Dort wurden Erste Hilfe und Maßnahmen zur Evakuierung (Räumung eines Gebietes von Menschen) gelehrt. Bei den vielen Eltern kam der Wehrkundeunterricht nicht gut an. Auch die christlichen Kirchen legten Protest dagegen ein. Quelle: https://www.zeitklicks.de/zeitstrahl/1978/wehrkundeunterricht-wird-in-der-ddr-pflichtfach Weitere Infos: https://geschichte-wissen.de/blog/zeitzeugenbericht-die-vormilitaerische-ausbildung-in-der-ddr/ | |
O
Otto DibeliusOtto Dibelius war ein deutscher Bischof, der von 1880 bis 1967 in Berlin gelebt hat. Bereits 1918 wurde er Geschäftsführer der evangelischen Kirche in Preußen. Otto Dibelius war antidemokratisch und befürwortete 1933 den Wahlsieg der NSDAP. Als führender evangelischer Geistlicher hielt er am sogenannten Tag von Potsdam am 21. März 1933 die Festrede auf den neuen Reichstag in der Potsdamer Nikolaikiche. Dennoch entließ ihn das NS-System im Juni 1933, um sein Amt mit einem NS-getreuen Theologen zu besetzen. Dibelius wurde in den vorzeitigen Ruhestand versetzt und erhielt Schreib- und Predigtverbot. 1934 schloss er sich der Bekennenden Kirche an. Das war eine Oppositionsbewegung evangelischer Christen gegen die Gleichschaltung der Kirche mit dem Nationalsozialismus. In den Kriegsjahren veränderten Augenzeugenberichte über die Morde an Juden und Jüdinnen in den Kriegsgebieten im Osten seine bis dahin antijüdische Einstellung. Einige Jahre zuvor hatte er sich noch als Antisemit bezeichnet. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Otto Dibelius 1945 Bischof der Berlin-Brandenburgischen Kirche. Eines seiner wichtigsten Themen war die Militärvorsorge in der neugegründeten Bundeswehr der Bundesrepublik. Die DDR-Regierung hingegen lehnte es ein Abkommen zur Militärvorsorge in ihrer Nationalen Volksarmee (NVA) ab. Otto Dibelius war strikt antikommunistisch. 1951 schrieb er sogar an Stalin und protestierte gegen die SED-Gewaltherrschaft. Ab 1957 verweigerte man ihm die Einreise in die DDR. Nach dem Mauerbau 1961 durfte er auch nicht mehr nach Ostberlin einreisen. Quelle: https://www.kas.de/de/web/geschichte-der-cdu/personen/biogramm-detail/-/content/otto-dibelius-v1 Weitere Infos: https://www.dhm.de/lemo/biografie/otto-dibelius | |
P
Polytechnische Oberschule (POS)Polytechnische Oberschule (POS) war die Bezeichnung für die Schulform in der DDR, die von der 1. bis zur 10. Klasse ging. Die Einschulung erfolgte immer am 1. September. Die POS war in drei Stufen untergliedert: Unter-, Mittel- und Oberstufe (1. – 3. Klasse, 4. – 6. Klasse, 7. – 10. Klasse). Die Kinder der Unterstufe gingen nach dem Unterricht zur Betreuung in den Hort. Mit der Einschulung wurden die meisten Kinder auch Mitglied bei den Jungen Pionieren. Das Wort „polytechnisch“ im Namen bedeutet, dass viel Wert auf Praxisbezug gelegt wurde. Die Kinder sollten schon früh mit der Arbeitswelt vertraut gemacht werden. In der 1. bis 6. Klasse erhielten sie Werkunterricht und arbeiteten im Schulgarten. Ab der 7. Klasse kamen die Fächer Einführung in die sozialistische Produktion (u. a. Kenntnisse in Elektronik, Informatik und Konstruktion), Technisches Zeichnen (Grundlagen für Konstruktionszeichnungen ) und Produktive Arbeit (Schüler*innen arbeiteten einmal in der Woche in einem Betrieb in der Industrie oder in der Landwirtschaft) hinzu. Wer auf die Erweiterte Oberschule (EOS) gehen wollte, musste neben Russisch auch eine weitere Fremdsprache lernen. Ab der 7. Klasse begann der Unterricht in Staatsbürgerkunde und ab der 9. Klasse (ab 1978) auch Wehrkunde. Die Schüler*innen hatten damals auch samstags Unterricht, dafür gab es 8 Wochen Sommerferien. Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/alltag/kindheit-in-der-ddr/in-der-schule/ | ||
Potsdamer FriedenskreisSeit den 1970er-Jahren entstanden in den Kirchengemeinden der DDR immer mehr Gruppen, die von Gemeindemitgliedern organisiert wurden. Diese Gruppen arbeiten zu bestimmten Themen und sprachen oft auch Menschen außerhalb der Kirchgemeinde an. In den 1980er-Jahren wurde das Thema „Frieden“ besonders wichtig. So entstanden auch die sogenannten Friedenskreise, deren Mitglieder oft aus unterschiedlichen evangelischen und katholischen Gemeinden kamen. Sie bezogen Menschen von außerhalb der Kirche mit ein und organisierten über mehrere Jahre hinweg verschiedene Projekte, führten Friedensandachten durch und organisierten die Friedensdekaden im November. In Potsdam gründete sich 1984 ein Friedenskreis aus etwa 20 Mitgliedern, die sich regelmäßig trafen, u. a. im Heilig-Kreuz-Haus. Sie arbeiteten zu den Themen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung und organisierten verschiedene Aktionen oder nahmen daran teil. Eine wichtige Aktion war 1985 zum Beispiel eine, bei der Geistliche aus den USA, der Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien eingeladen wurden, um über eine neue Friedensordnung zu diskutieren. Die Zusammensetzung des Potsdamer Friedenskreises war etwas Besonderes, da hier viele Wissenschaftler*innen und Personen in hohen kirchlichen Stellungen dabei waren. Der Kreis setzte auch auf den Dialog mit Vertretern des Staates und der SED. Das machte ihn aber für die Stasi auffällig, die ihn als gefährlich einstufte. Die Mitglieder waren sich bewusst, dass eventuell Spitzel eingeschleust wurden. Um Misstrauen untereinander zu vermeiden, ging man sehr offen miteinander um und sprach über alles.
Quelle:
http://lernort-garnisonkirche.de/heilig-kreuz-haus/ , Interview Andreas Stegmann: Interview Ehepaar Kaula: | |
R
ReisebeschränkungenZu den Allgemeinen Menschenrechten gehört die Reisefreiheit. Sie besagt, dass jeder Mensch das eigene Land verlassen und auch wieder betreten darf. Das Recht auf Reisefreiheit gab es in der Verfassung der DDR nicht. Schon wer eine Reise nach Westdeutschland plante, machte sich verdächtig. Es wurde befürchtet, dass die Person sich im Ausland kritisch über die DDR äußern könnte oder sogar nicht mehr zurückkehrte. In den 1950er-Jahren flohen noch Zehntausende DDR-Bürger*innen in die BRD. Nach dem Bau der Mauer 1961 war dies nicht mehr möglich. Versuchte man ohne staatliche Genehmigung über die Grenze zu gelangen, beging man eine Straftat, die als „ungesetzlicher Grenzübertritt“ bezeichnet wurde. Wer unbedingt in den Westen reisen wollte, musste einen Ausreiseantrag stellen, der aber nur in wenigen, begründeten Fällen genehmigt wurde. Wichtige war, dass man als ideologisch zuverlässig galt, d. h. voll und ganz hinter der Politik der SED stand. Quellen: https://www.demokratie-statt-diktatur.de/stasi-und-die-menschenrechte/reisefreiheit/#c16418 ; https://www.jugendopposition.de/lexikon/sachbegriffe/148609/reisefreiheit | |
ReservistendienstAls Reservist galt in der DDR jeder wehrpflichtige Mann bis zum vollendeten 50. Lebensjahr, egal ob er bereits gedient hatte oder nicht. Außerdem zählten auch Offiziere bis zum vollendeten 60. Lebensjahr als Reservisten. Sie bildeten die Reserve der Nationalen Volksarmee, d. h., sie mussten im Falle eines Krieges mit in den Kampf ziehen. Festgelegt wurde diese Regelung 1962 im Gesetz über die allgemeine Wehrpflicht. Wer als untauglich ausgemustert wurde oder vom Wehrdienst ausgeschlossen wurde, galt nicht als Reservist. Es gab den sogenannten Reservistenwehrdienst. Dabei wurden Reservisten zur Ausbildung oder Übung einberufen. Dafür mussten sie von der Arbeit freigestellt werden und es durften ihnen keine Nachteile entstehen. Quelle: http://www.documentarchiv.de/ddr/1962/nva-reservistenordnung_ao.html | |
S
Schutzraum KircheIn den 1980er-Jahren wurden die christlichen Kirchen in der DDR zum Schutz- und Aktionsraum für Menschen, die sich für Umwelt, Menschenrechte und Frieden einsetzen wollten. Es bildeten sich verschiedene Gruppen, zu denen auch Nichtchrist*innen zählten. Die Kirchen waren für Friedensgruppen und andere der ideale Ort. Zum einen boten sie Versammlungsräume, Heizung, Küche, Toiletten etc. Zum anderen war man hier relativ sicher vor Zugriffen durch die Polizei. Sollte diese einmal auf solch eine Versammlung aufmerksam geworden sein, konnte der Pfarrer dort anrufen und erklären, dass es eine kirchliche Veranstaltung sei und die Polizei dort nicht erwünscht sei. Solang die Anliegen der Oppositionsgruppen also irgendwie in Verbindung mit dem kirchlichen Auftrag gebracht werden konnten, konnten die Pfarrer diese immer unterstützen und gegenüber den staatlichen Stellen rechtfertigen. Quelle: https://www.politische-bildung-brandenburg.de/themen/ddr/revolution-9-november-1989/potsdam-1989 , Interview Andreas Stegmann: | |
Schwerter zu Pflugscharen„Schwerter zu Pflugscharen“ war das Symbol der Friedensbewegung in der DDR, die sich seit Ende der 1970e-Jahre entwickelte. Ausgangspunkt der (weltweiten) Friedensbewegung war der Kampf gegen das Wettrüsten der Großmächte USA und Sowjetunion. In den Medien der DDR wurde die militärische Aufrüstung des Ostblocks damit gerechtfertigt, dass man nur mit Waffen (auch Atomwaffen) den Frieden verteidigen könne. Die Idee zu dem Symbol geht auf zwei Quellen zurück: Zum einen auf den Propheten Micha aus dem Alten Testament. Er hatte die Idee einer friedlichen Zukunft, in der Schwerter nicht mehr benötigt werden und, statt zum Kämpfen, zur Feldarbeit genutzt werden können. Zum anderen wurde das Symbol in den 1950er-Jahren von der Sowjetunion verwendet. Sie ließ sogar eine Statue anfertigen, die einen Schmied zeigt, der ein Schwert zu einer Pflugschar umschmiedet. Diese Statue war ein Geschenk an die UNO, die sie vor ihrem Hauptgebäude in New York aufstellte. Das Symbol schien also lange auch in das kommunistische Weltbild zu passen. Die SED akzeptierte, dass es in der Öffentlichkeit gezeigt wurde. Zu Beginn der 1980er-Jahre nutzten es dann die evangelische Kirchen in der DDR für ihre Friedensarbeit. Man ließ es tausendfach auf Stoff drucken und verteilte es in der Bevölkerung. Vor allem Jugendliche nähten sich das Symbol auf ihre Jacken und Taschen. Damit hatte die SED-Führung die Deutungsmacht über das Symbol verloren und verstand es nun als Kritik gegen ihre Friedenspolitik. Sie ließ das öffentliche Tragen des Aufnähers verbieten. Schüler*innen wurde der Aufnäher von der Polizei von Jacken und Taschen gerissen oder diese eingezogen. Manche Jugendliche wurden deswegen auch verhaftet. Quelle: Interviews mit Andreas Stegmann , weitere Infos: https://www.jugendopposition.de/themen/145310/schwerter-zu-pflugscharen ; https://www.jugendopposition.de/themen/145332/friedensbewegung-in-der-ddr | |
SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands)Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands war die führende Partei in der DDR. Sie wurde 1946 durch den Zusammenschluss der KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) und der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) gegründet. Die SED hatte das Sagen in allen Bereichen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Zusammenschluss mit anderen Parteien und Massenorganisationen zur Nationalen Front sicherte der SED, dass sie immer wiedergewählt wurde. Sie blieb bis 1990 an der Macht. Dazu trug auch das Wahlverfahren bei, bei dem ein gefalteter und in die Wahlurne geworfener Wahlzettel als Zustimmung zur SED galt, ohne dass man tatsächlich gewählt hatte. Die Bevölkerung hatte eigentlich keine Wahl. Wer sich öffentlich gegen die SED aussprach, musste mit Einschränkungen, Strafen, Verfolgung und sogar Haft rechnen. | |
Sozialistische PersönlichkeitDie sozialistische Persönlichkeit war das Ziel der SED bei ihrer Erziehung der Menschen zu treuen Staatsbürgern. Dabei verbreitete sie ein idealisiertes sozialistisches Menschenbild.
Folgende Eigenschaften und
Fähigkeiten sollte eine sozialistische Persönlichkeit haben, die zum Wohle des
Staates eingesetzt werden sollten: vielseitiges Wissen und Können, ausgeprägtes
sozialistisches Bewusstsein, , moralisches Verhalten nach sozialistischen
Maßstäben und insgesamt eine positive und optimistische Lebensauffassung. Sie
sollte zudem arbeitsam, stets diszipliniert, kulturell und sportlich
interessiert sein. Die kapitalistischen Verhältnisse sollten überwunden werden
um eine gerechte, soziale und freie Gesellschaft zu erschaffen. Die
Individualität spielte dabei keine Rolle. Die gesellschaftlichen Interessen
sollten über die persönlichen gestellt werden. Alle staatlichen Einrichtungen
trugen dazu bei. Quellen: https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/230382/wie-der-sozialistische-staat-die-bildungseinrichtungen-praegte/ ; https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/havemann/docs/material/9_M.pdf weitere Infos: https://profession-politischebildung.de/grundlagen/geschichte/ddr-erziehung/ | |
Sprengung der GarnisonkircheDie Garnisonkirche in Potsdam wurde im April 1945 bei einem Luftangriff getroffen, brannte aus und der Turm stürzte teilweise zusammen. 1949 erhielt die zerstörte Kirche den Namen „Heilig-Kreuz-Kirche“. Es war nun eine zivile Kirche. 1950 wurde die Kapelle im Turm geweiht. Somit gab es wieder ein Gotteshaus für die Heilig-Kreuz-Gemeinde. Die Gemeinde wollte den Turm und die Kirche weiter sichern und sanieren, doch der Staat stoppte das Sanierungsvorhaben. Nachdem die Gemeinde erfuhr, dass der Turm gesprengt werden sollte, kämpfte sie noch dagegen an, doch vergebens. Der Turm wurde am 23. Juni 1968 gesprengt, nachdem die erste Sprengung misslang. Die Gründe dafür, dass Kirchentürme abgerissen oder gesprengt werden sollten, nannte der SED-Vorsitzende Walter Ulbricht bereits 1952 in seiner sogenannten „Turmrede“: Die städtischen Gebäude, wie Rathäuser oder Kulturhäuser, sollen schöne Türme bekommen. Die Türme von Kirchen brauche man dagegen nicht mehr. Quellen: https://www.tagesspiegel.de/potsdam/landeshauptstadt/untergang-eines-wahrzeichens-7827193.html ; https://garnisonkirche-potsdam.de/aktuell/news/detail/sie-haben-alles-in-schutt-und-asche-gelegt/ ; https://wissen.garnisonkirche.de/wissensspeicher/detailansicht/walter-ulbrichts-turmrede/ weitere Infos: https://wissen.garnisonkirche.de/wissensspeicher/detailansicht/walter-ulbrichts-turmrede/ ; https://wissen.garnisonkirche.de/wissensspeicher/detailansicht/die-letzten-farbfotos-der-garnisonkirche-potsdam/ | |
Staatliche Nachrichten/ZensurSämtliche Medienerzeugnisse in der DDR, ob Publikationen wie Zeitungen oder Bücher, Radio- oder Fernsehsendungen, wurden vom Staat kontrolliert. Das nennt man Zensur. Bis 1949 stand in der Verfassung der DDR, dass keine Zensur stattfinde. Dieser Artikel wurde aber 1969 gestrichen. Die Zensur wurde von staatlichen und regionalen Behörden und vom Ministerium für der Staatssicherheit durchgeführt. Es wurden sogar Gesetze geschaffen, um unerwünschte Äußerungen bestrafen zu können. Die Massenmedien wurden von der Abteilung Agitation (Stasi) gelenkt. Agitation bedeutet Beeinflussung von anderen. Von dieser Abteilung wurde alles vorgegeben, was in Zeitungen, Radio und Fernsehen berichtet wurde. Ab Dezember 1952 gab es die tägliche Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“, die verkündete, was die Staatsführung vorgab und die SED-Politik stets als richtig und erfolgreich bewertete. Kritik an den politischen Entscheidungen war hingegen nicht zu hören oder zu lesen. Es wurde nichts über Probleme bei der Versorgung bspw. mit Lebensmittel, in der Wirtschaft usw. gemeldet. Also nichts, was dem Ansehen des Staates geschadet hätte, sondern nur das, was den Interessen der Herrschenden genutzt hat. Eine politische Opposition war nicht erlaubt. Die Zensur geriet aber unter anderem an ihre Grenzen, weil viele DDR-Bürger*innen Radio- und später TV-Sendungen aus der BRD empfangen konnten und dort natürlich andere Dinge hörten und sahen, als in der DDR. Sie konnten sich so auch aus einer anderen Perspektiven ein Urteil über das Weltgeschehen bilden. weitere Infos: https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/deutsche-fernsehgeschichte-in-ost-und-west/245391/fernseh-nachrichtensendungen/ ; https://www.zeitklicks.de/ddr/das-system/ueberwachung-und-unterdrueckung/zensur/ | |
StudierendengemeindeÜberall in der DDR, wo studiert werden konnte, gab es Studierendengemeinden (damals „Studentengemeinden“) der Kirchen, sowohl katholische, als auch evangelische. Es waren geschützte Orte, an denen man sich versammeln, diskutieren und auch über Probleme mit dem Staat sprechen konnte. Dort kamen nicht nur Christen hin, sondern auch Studierende aus anderen Bereichen. Vor allem, weil man dort frei sprechen konnte und eine Gemeinschaft fand. Man sprach über theologische Themen, aber immer auch über Probleme als Christ*innen mit Gesellschaft und Staat, Friedensfragen oder Umweltthemen. Die Stasi betrachtet die Studierendengemeinden sehr kritisch, da sie in ihnen potentielle Gegner der SED-Führung sah. Es ist auch davon auszugehen, dass IMs (inoffizielle Mitarbeiter) aus den Reihen der Studenten angeworben wurden. Die Studierendengemeinden waren dennoch maßgeblich am friedlichen Umbruch in der DDR 1989 beteiligt. Quellen: https://www.deutschlandfunkkultur.de/studentengemeinden-in-der-ddr-orte-der-freiheit-100.html ; https://www.kiz-online.de/content/lernorte-der-demokratie | |
T
Tierra unidaDie „Tierra unida“ ist eine Gruppe in der Heilig-Kreuz-Gemeinde Potsdam, die sich mit Themen der Entwicklungsländer beschäftigte. Gegründet wurde sie nach einem Filmabend über Lateinamerika am 10. Januar 1983. Anfänglich beschäftigte man sich hauptsächlich mit humanitärer Hilfe für Länder in Afrika, in denen damals Armut und Hungersnot herrschten. Ab 1984 wurde die Unterstützung für Nikaragua der Schwerpunkt. Um über das Land zu informieren, wurden Filme, ein Theaterstück, eine Ausstellung von Bildern gezeigt und man hatte Gespräche mit Gästen aus Lateinamerika und Musik. Ein weiterer Schwerpunkt von Tierra unida war der Protest gegen die Tagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank im September 1988 in Westberlin. Diesen Organisationen wurde die Mitschuld an den Problemen der Entwicklungsländer vorgeworfen. Man forderte die DDR-Regierung auf, diese Organisationen nicht zu unterstützen, indem sie den Teilnehmenden Hotelzimmer vermieteten. Tierra unida ist bis heute aktiv.
Quelle: http://lernort-garnisonkirche.de/heilig-kreuz-haus/ | |
V
VikariatDas Vikariat ist der zweite, praktische Teil der evangelischen Pfarrausbildung. Hier erhält man Einblick in alle Felder des Pfarrberufes: Gottesdienste, Gemeindearbeit im Allgemeinen, Religionsunterricht an der Schule, Jugendarbeit, Seelsorge, Kenntnis des Kirchenrechts und die Abläufe in der Pfarramtsverwaltung, Themen der Ökumene, des interreligiösen Dialogs, der Diakonie usw. Quelle: https://www.beruf-trifft-kirche.de/beruf/pfarrerin/vikariat | |
Volkseigener BetriebAls volkseigener Betrieb (VEB) wurden staatliche oder verstaatlichte Betriebe in der DDR bezeichnet. Bereits nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden in der Sowjetischen Besatzungszone und später auch in der DDR viele private Betriebe enteignet und verstaatlicht, also dem Besitzer weggenommen und dem Staat übertragen. Die Grundlage bildete die Vorstellung des Kommunismus, dass ein Betrieb nicht einer Privatperson gehören sollte, sondern allen, also auch den Arbeiter*innen, die darin arbeiten. Oft wurden mehrere VEB zu einem Kombinat zusammengefasst. Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/das-system/wirtschaft/veb-volkseigener-betrieb | ||
W
Walter UlbrichtWalter Ulbricht wurde am 30. Juni 1893 in Leipzig geboren. Er war einer der wichtigsten Politiker in der DDR. Als die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 verboten wurde, musste er ins Exil gehen und kam 1933 nach Moskau. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er mit einer Gruppe Kommunisten nach Deutschland zurück, um dort den Aufbau eines neuen sozialistischen Staates zu leiten. Sie nannten sich die „Gruppe Ulbricht“. 1946 organisierte er den Zusammenschluss von SPD und KPD zur SED. 1950 wurde er Generalsekretär der SED. 1960 wurde er dann zum Staatsratsvorsitzenden und hatte damit nun sowohl den Parteivorsitz als auch den Staatsvorsitz in der DDR inne. Am 15. Juni 1961 sprach Ulbricht während einer Pressekonferenz den denkwürdigen Satz: "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten." Kurze Zeit später wurde diese gebaut. 1971 musste er von seinem Amt zurücktreten, weil der die Führungsrolle der Sowjetunion in Frage gestellt hatte und stattdessen die DDR als Vorbild für andere kommunistische Staaten sah. Er starb am 07. August 1973 an den Folgen eines Schlaganfalles. Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/politik/die-aera-ulbricht/walter-ulbricht weitere Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Ulbricht | |
Wehrdienst/ArmeeDie Bezeichnung für die Armee in der DDR war NVA – Nationale Volksarmee. Diese wurde offiziell am 1. März 1956 gegründet. Ab 1962 gab es eine Wehrdienstpflicht. Der Grundwehrdienst betrug 18 Monate. Wer nicht zur Waffe greifen wollte, konnte ab 1964 zu den Bausoldaten gehen. Diese wurden auf Druck der Kirchen gegründet. Eine Verweigerung des Militärdienstes war in der DDR nicht möglich. Die SED-Führung übte direkte Kontrolle auf die NVA aus. Fast alle NVA-Mitglieder, die einen hohen Rang hatten, waren Parteiangehörige. Die NVA rekrutierte ständig neue Mitglieder. Auch an den Schulen legte man den älteren Schülern nahe, sich nach dem Grundwehrdienst noch weiter zu verpflichten. Wer an die Erweiterte Oberschule (Gymnasium) gehen wollte, musste sich für einen dreijährigen Wehrdienst verpflichten. 1990 wurde die NVA aufgelöst. Quellen: https://www.jugendopposition.de/lexikon/sachbegriffe/148302/nationale-volksarmee-nva ; https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag-nva-ddr-100.html | |
WestpaketeAls Westpakete bezeichnete man Pakete, die Westdeutsche an Familienangehörige oder Freund*innen in die DDR schickten. Diese wurden zu einem wichtigen Kommunikationsmittel zwischen den Menschen im Osten und im Westen. Oft enthielten die Briefe und Pakete aus dem Westen Dinge, die es in der DDR nicht gab. In manchen Familien in der DDR gab es das Ritual, nach dem Abendessen gemeinsam das Westpaket auszupacken. Quelle: https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/244718/paeckchen-von-drueben/ | |
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ZivilcourageAls Zivilcourage bezeichnet man den Mut eines Einzelnen, sich für eine Person oder eine Sache einzusetzen, auch wenn es für einen selbst unbequem werden kann. In der DDR galt es als Zivilcourage, wenn man „Nein!“ sagte zu Spitzeltätigkeiten und dazu, die Kolleg*innen, Nachbar*innen, Freund*innen oder gar die eigene Familie auszuspionieren. Wer sich verweigerte, musste mit harten Strafen oder Gefängnis rechnen. Einige hatten aber auch Glück und wurden nicht bestraft. Quellen: https://www.ddr-museum.de/de/blog/archive/ich-habe-nein-gesagt-zivilcourage-der-ddr ; https://de.wikipedia.org/wiki/Zivilcourage | |


