Polytechnische Oberschule (POS) war
die Bezeichnung für die Schulform in der DDR, die von der 1. bis zur 10. Klasse
ging. Die Einschulung erfolgte immer am 1. September. Die POS war in drei
Stufen untergliedert: Unter-, Mittel- und Oberstufe (1. – 3. Klasse, 4. – 6.
Klasse, 7. – 10. Klasse). Die Kinder der Unterstufe gingen nach dem Unterricht
zur Betreuung in den Hort. Mit der Einschulung wurden die meisten Kinder auch
Mitglied bei den Jungen Pionieren.
Das Wort „polytechnisch“ im Namen
bedeutet, dass viel Wert auf Praxisbezug gelegt wurde. Die Kinder sollten schon
früh mit der Arbeitswelt vertraut gemacht werden. In der 1. bis 6. Klasse
erhielten sie Werkunterricht und arbeiteten im Schulgarten. Ab der 7. Klasse
kamen die Fächer Einführung in die sozialistische Produktion (u. a. Kenntnisse in Elektronik, Informatik und
Konstruktion), Technisches Zeichnen (Grundlagen für
Konstruktionszeichnungen ) und Produktive Arbeit (Schüler*innen arbeiteten
einmal in der Woche in einem Betrieb in der Industrie oder in der
Landwirtschaft) hinzu.
Wer auf die Erweiterte Oberschule
(EOS) gehen wollte, musste neben Russisch auch eine weitere Fremdsprache
lernen. Ab der 7. Klasse begann der Unterricht in Staatsbürgerkunde und ab der
9. Klasse (ab 1978) auch Wehrkunde. Die Schüler*innen hatten damals auch
samstags Unterricht, dafür gab es 8 Wochen Sommerferien.