Schutzraum Kirche

In den 1980er-Jahren wurden die christlichen Kirchen in der DDR zum Schutz- und Aktionsraum für Menschen, die sich für Umwelt, Menschenrechte und Frieden einsetzen wollten. Es bildeten sich verschiedene Gruppen, zu denen auch Nichtchrist*innen zählten.

Die Kirchen waren für Friedensgruppen und andere der ideale Ort. Zum einen boten sie Versammlungsräume, Heizung, Küche, Toiletten etc. Zum anderen war man hier relativ sicher vor Zugriffen durch die Polizei. Sollte diese einmal auf solch eine Versammlung aufmerksam geworden sein, konnte der Pfarrer dort anrufen und erklären, dass es eine kirchliche Veranstaltung sei und die Polizei dort nicht erwünscht sei.

Solang die Anliegen der Oppositionsgruppen also irgendwie in Verbindung mit dem kirchlichen Auftrag gebracht werden konnten, konnten die Pfarrer diese immer unterstützen und gegenüber den staatlichen Stellen rechtfertigen. 

Quelle: https://www.politische-bildung-brandenburg.de/themen/ddr/revolution-9-november-1989/potsdam-1989 , Interview Andreas Stegmann:



» Glossar zur Thematik "Christlich-Sein in der DDR"