In den 1980er-Jahren wurden die christlichen Kirchen in der DDR zum
Schutz- und Aktionsraum für Menschen, die sich für Umwelt, Menschenrechte und
Frieden einsetzen wollten. Es bildeten sich verschiedene Gruppen, zu denen auch
Nichtchrist*innen zählten.
Die Kirchen waren für Friedensgruppen und andere der
ideale Ort. Zum einen boten sie Versammlungsräume, Heizung, Küche, Toiletten
etc. Zum anderen war man hier relativ sicher vor Zugriffen durch die Polizei.
Sollte diese einmal auf solch eine Versammlung aufmerksam geworden sein, konnte
der Pfarrer dort anrufen und erklären, dass es eine kirchliche Veranstaltung
sei und die Polizei dort nicht erwünscht sei.
Solang die Anliegen der Oppositionsgruppen also irgendwie
in Verbindung mit dem kirchlichen Auftrag gebracht werden konnten, konnten die
Pfarrer diese immer unterstützen und gegenüber den staatlichen Stellen
rechtfertigen.