Staatliche Nachrichten/Zensur

Sämtliche Medienerzeugnisse in der DDR, ob Publikationen wie Zeitungen oder Bücher, Radio- oder Fernsehsendungen, wurden vom Staat kontrolliert. Das nennt man Zensur. Bis 1949 stand in der Verfassung der DDR, dass keine Zensur stattfinde. Dieser Artikel wurde aber 1969 gestrichen.

Die Zensur wurde von staatlichen und regionalen Behörden und vom Ministerium für der Staatssicherheit durchgeführt. Es wurden sogar Gesetze geschaffen, um unerwünschte Äußerungen bestrafen zu können.

Die Massenmedien wurden von der Abteilung Agitation (Stasi) gelenkt. Agitation bedeutet Beeinflussung von anderen. Von dieser Abteilung wurde alles vorgegeben, was in Zeitungen, Radio und Fernsehen berichtet wurde.

Ab Dezember 1952 gab es die tägliche Nachrichtensendung „Aktuelle Kamera“, die verkündete, was die Staatsführung vorgab und die SED-Politik stets als richtig und erfolgreich bewertete. Kritik an den politischen Entscheidungen war hingegen nicht zu hören oder zu lesen. Es wurde nichts über Probleme bei der Versorgung bspw. mit Lebensmittel, in der Wirtschaft usw. gemeldet. Also nichts, was dem Ansehen des Staates geschadet hätte, sondern nur das, was den Interessen der Herrschenden genutzt hat. Eine politische Opposition war nicht erlaubt.

Die Zensur geriet aber unter anderem an ihre Grenzen, weil viele DDR-Bürger*innen Radio- und später TV-Sendungen aus der BRD empfangen konnten und dort natürlich andere Dinge hörten und sahen, als in der DDR. Sie konnten sich so auch aus einer anderen Perspektiven ein Urteil über das Weltgeschehen bilden.

Quelle: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/massenmedien-309/7560/blick-ueber-die-mauer-medien-in-der-ddr/

weitere Infos: https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/deutsche-fernsehgeschichte-in-ost-und-west/245391/fernseh-nachrichtensendungen/ ; https://www.zeitklicks.de/ddr/das-system/ueberwachung-und-unterdrueckung/zensur/


» Glossar zur Thematik "Christlich-Sein in der DDR"