Studierendengemeinde

Überall in der DDR, wo studiert werden konnte, gab es Studierendengemeinden (damals „Studentengemeinden“) der Kirchen, sowohl katholische, als auch evangelische. Es waren geschützte Orte, an denen man sich versammeln, diskutieren und auch über Probleme mit dem Staat sprechen konnte.

Dort kamen nicht nur Christen hin, sondern auch Studierende aus anderen Bereichen. Vor allem, weil man dort frei sprechen konnte und eine Gemeinschaft fand. Man sprach über theologische Themen, aber immer auch über Probleme als Christ*innen mit Gesellschaft und Staat, Friedensfragen oder Umweltthemen.

Die Stasi betrachtet die Studierendengemeinden sehr kritisch, da sie in ihnen potentielle Gegner der SED-Führung sah. Es ist auch davon auszugehen, dass IMs (inoffizielle Mitarbeiter) aus den Reihen der Studenten angeworben wurden.

Die Studierendengemeinden waren dennoch maßgeblich am friedlichen Umbruch in der DDR 1989 beteiligt.

Quellen: https://www.deutschlandfunkkultur.de/studentengemeinden-in-der-ddr-orte-der-freiheit-100.html ; https://www.kiz-online.de/content/lernorte-der-demokratie


» Glossar zur Thematik "Christlich-Sein in der DDR"