Als Christ*in in der DDR hatte man
es sehr schwer, beruflich weit zu kommen. Schule, Ausbildung, Studium und
Arbeit – alles war fast komplett vom SED-Staat organisiert und kontrolliert.
Und auf dem Lebensweg wurden oft Anpassung und Bekenntnisse zum Staat verlangt.
Christ*innen aber bekannten sich lieber zu ihrem Glauben und ihrer Kirche. Wer
sich beispielsweise für die Konfirmation statt für die staatlich organisierte
Jugendweihe entschied, wurde oft nicht zum Abitur und damit zum Studium
zugelassen. Auch viele Berufszweige waren einem verschlossen. Christ*innen
konnten zum Beispiel keine Lehrer*innen werden oder in einer leitenden Position
sein. Als Christ*in galt man als politisch und ideologisch unzuverlässig. Wer
doch Lehrer*in oder Erzieher*in werden wollte, ließ sich von einer christlichen
Organisation ausbilden. Das bedeutete allerdings geringes Ansehen und einen
geringeren Verdienst.