Kirche im Sozialismus

Als „Kirche im Sozialismus“ bezeichnete sich die Evangelische Kirche in der DDR ab 1971.

Da die DDR ein grundsätzlich religionsfeindlicher Staat war, hatten es Christ*innen nicht leicht und wurden oft benachteiligt, trotz Glaubensfreiheit. Die evangelische Kirche in der DDR, die noch zu Beginn gegen die Politik des Staates war, versuchte sich mit diesem zu arrangieren. Sie versuchte, in der DDR zu existieren, auch um Verbesserung für die Gesellschaft zu bewirken.

Mit dem Konzept „Kirche im Sozialismus“ machte man deutlich, dass man nicht gegen und auch nicht für den Sozialismus war, sondern, dass man in dem sozialistischen Staat mitgestalten wollte. Dadurch war die evangelische Kirche auch gleichzeitig ein Sprachrohr für diejenigen in der Gesellschaft, die nicht öffentlich ihre Meinung äußern konnten. Das ging so weit, dass die evangelische Kirche in den 1980er-Jahren Themen wie Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden offen ansprach. Dadurch änderte sich aber ihre Stellung wieder: Denn damit kritisierte sie nun die Politik offen und stellte sich damit oft auch gegen den Staat.

Quelle: https://www.staatslexikon-online.de/Lexikon/Kirche_im_Sozialismus

weitere Informationen: Interview mit Andreas Stegmann:



» Glossar zur Thematik "Christlich-Sein in der DDR"