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P

Polytechnische Oberschule (POS)

Polytechnische Oberschule (POS) war die Bezeichnung für die Schulform in der DDR, die von der 1. bis zur 10. Klasse ging. Die Einschulung erfolgte immer am 1. September. Die POS war in drei Stufen untergliedert: Unter-, Mittel- und Oberstufe (1. – 3. Klasse, 4. – 6. Klasse, 7. – 10. Klasse). Die Kinder der Unterstufe gingen nach dem Unterricht zur Betreuung in den Hort. Mit der Einschulung wurden die meisten Kinder auch Mitglied bei den Jungen Pionieren.

Das Wort „polytechnisch“ im Namen bedeutet, dass viel Wert auf Praxisbezug gelegt wurde. Die Kinder sollten schon früh mit der Arbeitswelt vertraut gemacht werden. In der 1. bis 6. Klasse erhielten sie Werkunterricht und arbeiteten im Schulgarten. Ab der 7. Klasse kamen die Fächer Einführung in die sozialistische Produktion (u. a. Kenntnisse in Elektronik, Informatik und Konstruktion), Technisches Zeichnen (Grundlagen für Konstruktionszeichnungen ) und Produktive Arbeit (Schüler*innen arbeiteten einmal in der Woche in einem Betrieb in der Industrie oder in der Landwirtschaft) hinzu.

Wer auf die Erweiterte Oberschule (EOS) gehen wollte, musste neben Russisch auch eine weitere Fremdsprache lernen. Ab der 7. Klasse begann der Unterricht in Staatsbürgerkunde und ab der 9. Klasse (ab 1978) auch Wehrkunde. Die Schüler*innen hatten damals auch samstags Unterricht, dafür gab es 8 Wochen Sommerferien.

Quelle: https://www.zeitklicks.de/ddr/alltag/kindheit-in-der-ddr/in-der-schule/



Potsdamer Friedenskreis

Seit den 1970er-Jahren entstanden in den Kirchengemeinden der DDR immer mehr Gruppen, die von Gemeindemitgliedern organisiert wurden. Diese Gruppen arbeiten zu bestimmten Themen und sprachen oft auch Menschen außerhalb der Kirchgemeinde an. In den 1980er-Jahren wurde das Thema „Frieden“ besonders wichtig. So entstanden auch die sogenannten Friedenskreise, deren Mitglieder oft aus unterschiedlichen evangelischen und katholischen Gemeinden kamen. Sie bezogen Menschen von außerhalb der Kirche mit ein und organisierten über mehrere Jahre hinweg verschiedene Projekte, führten Friedensandachten durch und organisierten die Friedensdekaden im November.

In Potsdam gründete sich 1984 ein Friedenskreis aus etwa 20 Mitgliedern, die sich regelmäßig trafen, u. a. im Heilig-Kreuz-Haus. Sie arbeiteten zu den Themen Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung und organisierten verschiedene Aktionen oder nahmen daran teil. Eine wichtige Aktion war 1985 zum Beispiel eine, bei der Geistliche aus den USA, der Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien eingeladen wurden, um über eine neue Friedensordnung zu diskutieren. 

Die Zusammensetzung des Potsdamer Friedenskreises war etwas Besonderes, da hier viele Wissenschaftler*innen und Personen in hohen kirchlichen Stellungen dabei waren. Der Kreis setzte auch auf den Dialog mit Vertretern des Staates und der SED. Das machte ihn aber für die Stasi auffällig, die ihn als gefährlich einstufte. Die Mitglieder waren sich bewusst, dass eventuell Spitzel eingeschleust wurden. Um Misstrauen untereinander zu vermeiden, ging man sehr offen miteinander um und sprach über alles.

Quelle: http://lernort-garnisonkirche.de/heilig-kreuz-haus/ , Interview Andreas Stegmann:
Interview Ehepaar Kaula: